Schweizer machen

Ich bin in Luzern geboren. Ich bin Schweizer. Mein Heimatort ist Zürich. Wie ist es dazu gekommen? Mein Vater, Heinrich Becker, wurde in St.Margrethen als Deutscher geboren. Meine Mutter war Schweizerin. Mein Vater hat sich in den Dreissigerjahren in Oerlikon einbürgern lassen. Und da Oerlikon später eingemeindet wurde, sich in ein Quartier von Zürich verwandelte, wurde also auch mein Vater Zürcher und Schweizer. Aber Becker tönt deutsch, auch wenn es Glarner namens Becker geben soll. Aber auch die sind wohl einst aus dem Norden nach Ennenda oder so eingewandert.

Als ich in jungen Jahren jeweils meinen Namen nannte, sagten die Leute meist, Beck, nicht Becker, denn Beck, das kannten sie. Das änderte sich erst mit Boris. Zu den Glanzzeiten der Tennislegende Boris Becker, in den Achtziger- und Neunzigerjahren, hiess es dann – wenn ich den Namen nannte – aha, nicht Beck, ich verstehe, Becker, so wie Bum-bum-Becker.

Heute tragen die Leute oft ganz fremde Namen, richtige Zungenbrecher, so dass man sich richtig anstrengen muss, wenn man Namen, wie Thirugnanasamaputhalai, korrekt und freudlich aussprechen will. Da waren die italienischen und spanischen Namen, wie Salvodelli oder Sanchez, geradezu bubileicht im Vergleich dazu.

Heute sehen viele Menschen auch sehr fremd aus, haben dunkle Haut, asiatische Augen, heissen aber Ackermann und reden berndeutsch. Wir sind vom Auswanderungsland in der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts zum Einwanderungsland geworden. Wir sind ein Multikulti-Land.

Obwohl sich also viel geändert hat, funktioniert das Schweizer machen noch wie einst. Es ist ein langes, aufwendiges, mobiliätsfeindliches, föderalistisches und gemeindeautonomes Verfahren, Treppe hoch von der Gemeinde bis nach Bern und wieder Treppe runter zur Gemeinde. Das Prozedere ist sehr unterschiedlich ausgestaltet und die Kosten sind unterschiedlich hoch. Und die Fragen https://lookup-phone-prefix.ca , die Fragen, die gestellt werden, die sind höchst erstaunlich, manchmal geradezu grotesk.

Verkürzt gesagt, von Verhältnismässigkeit kann keine Rede sein und verfassungswidrig ist das Verfahren auch. Keine Spur von Gleichbehandlung. Stossende Vielfalt als Ausdruck von Einfalt. Dringend ist der Revisionsbedarf. Dabei könnte es so einfach sein:

Wir könnten endlich einen für alle – auch die Einbürgerungswilligen – obligatorischen Dienst an der Gemeinschaft einführen. Das trennt die Spreu vom Weizen. Es gibt bestimmt genug zu tun.